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Maschenanschlag mit einer Häkelnadel

  • 1. Mai 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Der Maschenanschlag mit einer Häkelnadel ist eine kleine, feine Technik, die ich besonders gerne verwende, wenn die Anschlagkante nicht nur praktisch, sondern auch schön aussehen soll.


Optisch erinnert diese Kante ein wenig an eine Abkettreihe: sauber, klar und gleichmäßig. Dadurch wirkt der Beginn des Strickstücks direkt ordentlich und bewusst gearbeitet — nicht nur wie „irgendwie angeschlagen“, sondern wie ein kleines Detail mit Absicht.


Besonders gerne nutze ich diesen Anschlag beim Patch stricken. Die einzelnen Maschen liegen sehr klar auf der Nadel, die Kante ist gut erkennbar und das spätere Anstricken wird dadurch deutlich einfacher. Wenn du später aus dieser Kante Maschen aufnehmen oder direkt anstricken möchtest, findest du die entsprechenden Stellen viel leichter wieder.


Auch bei manchen Tüchern kann dieser aufgehäkelte Maschenanschlag eine sehr schöne Lösung sein. Gerade wenn eine Kante sichtbar bleibt oder optisch etwas ruhiger und definierter wirken soll, kann diese Technik wunderbar passen.


Aber: Dieser Anschlag ist nicht so elastisch wie ein gewöhnlicher Maschenanschlag. Arbeite ihn deshalb bewusst locker und verwende ihn eher dort, wo keine stark dehnbare Kante nötig ist.


Was du dafür brauchst

Du benötigst:

  • eine Stricknadel in der passenden Stärke

  • eine Häkelnadel, die gut zum Garn passt

  • dein Garn


Die Häkelnadel darf ruhig angenehm durch den Faden gleiten. Sie sollte nicht zu klein sein, damit der Anschlag nicht zu fest wird. Gerade bei dieser Technik lohnt es sich, locker zu arbeiten — die Maschen sollen später gut auf der Nadel liegen und sich problemlos abstricken lassen.


So funktioniert der Maschenanschlag mit der Häkelnadel

Nimm die Stricknadel in die linke Hand und die Häkelnadel in die rechte Hand.

Bilde zuerst eine Anfangsschlaufe und lege sie auf die Stricknadel. Diese erste Schlaufe zählt bereits als erste Masche.

Nun hältst du den Arbeitsfaden hinter der Stricknadel bereit. Mit der Häkelnadel greifst du den Faden und ziehst ihn durch die Schlaufe auf der Häkelnadel. Dabei entsteht eine neue Schlinge, die sich über die Stricknadel legt.

Jetzt legst du den Arbeitsfaden wieder hinter die Stricknadel. Mit der Häkelnadel holst du den Faden erneut und ziehst eine weitere Schlaufe über die Stricknadel.

So entsteht Masche für Masche ein sauberer Anschlag.

Du wiederholst diesen Ablauf, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist:

Arbeitsfaden hinter die Stricknadel legen,mit der Häkelnadel den Faden holen,eine neue Schlaufe über die Stricknadel ziehen.

Die Maschen legen sich dabei gleichmäßig auf die Stricknadel und bilden unten eine feste, hübsche Kante.

Wenn du die benötigte Maschenzahl erreicht hast, wird die letzte Schlaufe von der Häkelnadel auf die Stricknadel gehoben.

Danach kannst du die Maschen ganz normal abstricken.


Maschen anschlagen mit einer Häkelnadel

Worauf du achten solltest

Arbeite diesen Anschlag lieber etwas lockerer als zu fest. Wenn du die Schlaufen zu eng über die Stricknadel ziehst, kann die erste Reihe mühsam werden — und die Kante verliert etwas von ihrer schönen, ruhigen Wirkung.

Achte außerdem darauf, den Arbeitsfaden immer wieder sauber hinter die Stricknadel zu legen. Dadurch bleibt die Anschlagkante gleichmäßig und die Maschen sitzen ordentlich auf der Nadel.

Wenn du diesen Anschlag zum ersten Mal ausprobierst, kann es sich ungewohnt anfühlen. Nach ein paar Maschen entsteht aber schnell ein angenehmer Rhythmus. Es ist fast ein kleines Zusammenspiel zwischen Stricknadel und Häkelnadel: holen, legen, ziehen — Masche für Masche.


Wann ich diesen Anschlag besonders gerne verwende

Ich verwende den Maschenanschlag mit der Häkelnadel vor allem dann, wenn ich eine klare, definierte Anschlagkante möchte.

Beim Patch stricken ist er für mich besonders praktisch, weil die Kante sehr gut lesbar bleibt. Die Maschen sind sauber angelegt, nichts verschwimmt, nichts wirkt unklar. Wenn später weitergestrickt oder angestrickt wird, findest du dich an dieser Kante deutlich leichter zurecht.

Auch für Tücher kann dieser Anschlag sehr schön sein, besonders wenn die Anschlagkante sichtbar bleibt oder gestalterisch eine Rolle spielt. Die Kante wirkt aufgeräumt und gibt dem Strickstück direkt einen schönen Anfang.

Für Bündchen, die stark dehnbar sein müssen, würde ich ihn dagegen eher nicht wählen. Dort ist ein elastischerer Anschlag meist die bessere Lösung.


Kurz zusammengefasst

Der Maschenanschlag mit der Häkelnadel ist eine schöne Technik für klare, dekorative Kanten. Er sieht ordentlich aus, erinnert optisch an eine Abkettreihe und eignet sich besonders gut für Patches, Tücher oder Strickstücke, bei denen der Anschlag sichtbar bleibt.

Wichtig ist nur: locker arbeiten und im Hinterkopf behalten, dass dieser Anschlag weniger elastisch ist als ein klassischer Maschenanschlag.

Eine kleine Technik also — aber mit großer Wirkung. Genau solche Details liebe ich beim Stricken.


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