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Zunahmen beim Stricken einfach erklärt: M1R, M1L und KFB

  • vor 8 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Zunahmen beim Stricken

Beim Stricken gehören Zunahmen zu den wichtigsten Techniken. Sie sorgen dafür, dass ein Strickstück breiter wird oder eine Form bekommt – zum Beispiel bei Raglanärmeln, Pullovern, Tüchern oder Mützen.

In vielen Strickanleitungen tauchen Abkürzungen wie M1R, M1L oder KFB auf. Für Anfänger wirken diese Begriffe oft zunächst verwirrend. Dabei steckt dahinter eine sehr logische Technik.

In diesem Beitrag erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie diese drei Zunahmen funktionieren – so einfach, dass du sie direkt beim nächsten Projekt anwenden kannst.


ein handgestrickter Pullover liegt auf einer Bank

Zunahmen beim Stricken verstehen


Eine Zunahme beim Stricken bedeutet ganz einfach:


Die Maschenzahl wird erhöht. Dadurch entstehen zusätzliche Maschen, die dem Strickstück mehr Breite geben oder eine bestimmte Form ermöglichen.


Typische Beispiele sind:

  • Raglanlinien bei Pullovern

  • Ärmelweiten

  • Schultern

  • Dreieckstücher

  • Mützen

  • Seitliche Formgebung


Es gibt viele verschiedene Zunahmen – aber drei davon begegnen dir besonders häufig:

  • M1R – Make One Right (rechts geneigt)

  • M1L – Make One Left (links geneigt)

  • KFB – Knit Front Back (2 Maschen aus einer)



M1R

So funktioniert die rechts geneigte Zunahme beim Stricken


Die Abkürzung M1R bedeutet „eine Masche rechts geneigt aufnehmen“.

Diese Zunahme beim Stricken wird aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen gebildet.

Das Ergebnis ist eine neue Masche, die sich leicht nach rechts neigt.


Wann M1R bei Zunahmen beim Stricken verwendet wird

Diese Technik wird häufig zusammen mit M1L verwendet, zum Beispiel bei Raglanlinien.


Schritt-für-Schritt Erklärung

  1. Zwischen zwei Maschen liegt ein Querfaden.

  2. Dieser Querfaden wird von hinten nach vorne auf die linke Nadel gehoben.

  3. Anschließend wird dieser Faden rechts verschränkt abgestrickt.

Dadurch entsteht eine neue Masche ohne Loch.


Darstellung einer rechts geneigten Zunahme beim Stricken

Ergebnis: Neue Masche mit Neigung nach rechts.



M1L

So funktioniert die links geneigte Zunahme beim Stricken


M1L ist das Gegenstück zu M1R.

Auch hier entsteht die neue Masche aus dem Querfaden zwischen zwei Maschen, aber die Richtung ist anders.

Die Masche neigt sich leicht nach links.


Wann M1L bei Zunahmen beim Stricken verwendet wird

Diese Technik wird oft zusammen mit M1R verwendet, damit Zunahmen symmetrisch aussehen.


Schritt-für-Schritt Erklärung

  1. Den Querfaden zwischen zwei Maschen suchen.

  2. Den Querfaden von vorne nach hinten auf die linke Nadel heben.

  3. Anschließend rechts verschränkt abstricken.

Dadurch schließt sich der Querfaden und es entsteht kein Loch.


Darstellung einer links geneigten Zunahme

Ergebnis:Neue Masche mit Neigung nach links.



KFB

So entsteht die KFB Zunahme beim Stricken


Die Abkürzung KFB bedeutet:

Knit Front Back („vorne und hinten abstricken“)


Hier entsteht die Zunahme direkt aus einer vorhandenen Masche.


Schritt-für-Schritt Erklärung

  1. Eine Masche rechts abstricken, aber nicht von der Nadel gleiten lassen.

  2. In dieselbe Masche noch einmal von hinten einstechen.

  3. Die Masche erneut rechts abstricken.

Jetzt können beide Maschen von der Nadel gleiten.


Eine Masche ist zu zwei Maschen geworden.


Wann KFB bei Zunahmen beim Stricken sinnvoll ist

Diese Technik ist besonders einfach zu stricken und wird daher häufig in Anfängerprojekten verwendet.


Der Unterschied zu M1L und M1R:

KFB erzeugt eine kleine sichtbare Querlinie im Strickbild.

Darstellung von KFB zunahmen an einem Raglan

Welche Zunahme ist die beste?

Das hängt vom Projekt ab.

Technik

Wie wirkt die Zunahme im Strickbild?

Vorteil

Typische Verwendung

M1R

Die Zunahme wirkt eher unauffällig und neigt sich sichtbar nach rechts.

Sehr sauber und vergleichsweise dezent im Maschenbild. Gut geeignet, wenn die Zunahmen nicht stark hervorstechen sollen.

Häufig bei Raglanlinien, aber auch bei feinen Formgebungen an Pullovern, Shirts, Ärmeln oder Schultern.

M1L

Die Zunahme wirkt ebenfalls eher unauffällig und neigt sich nach links.

Bildet das passende Gegenstück zu M1R und sorgt gemeinsam mit ihr für ein harmonisches, symmetrisches Gesamtbild.

Ebenfalls sehr häufig bei Raglanlinien, außerdem überall dort, wo paarige und optisch ausgewogene Zunahmen gebraucht werden.

KFB

Die Zunahme bleibt im Strickbild sichtbarer und zeigt eine kleine waagerechte Struktur.

Sehr einfach zu arbeiten und deshalb besonders gut für Anfänger geeignet.

Oft in Anfängerprojekten, aber auch in Tüchern oder Designs, bei denen die Zunahmen bewusst sichtbar bleiben dürfen.

Welche Zunahme die richtige ist, hängt immer vom jeweiligen Projekt und von der gewünschten Optik ab. Während M1R und M1L meist dann verwendet werden, wenn die Zunahmen möglichst sauber und unauffällig im Strickbild erscheinen sollen, ist KFB eine einfache und deutlich sichtbarere Variante. Genau das kann je nach Design nicht nur praktisch, sondern auch gestalterisch gewünscht sein.



Sehr häufig werden M1R und M1L gemeinsam in Kleidung verwendet, damit die Zunahmen symmetrisch aussehen.


Zum Beispiel:

M1L   | Raglanlinie |   M1R

Wenn du diese Zunahmen einmal in einem Projekt anwenden und besser verstehen möchtest, ist zum Beispiel mein Coco Shirt eine schöne Übung. Die nach hinten versetzte Schulter und die eingestrickten Ärmel machen das Design besonders interessant.



Auch KFB-Zunahmen können beidseitig eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine bewusst andere Optik, denn die Zunahmen bleiben im Strickbild deutlich sichtbarer als beispielsweise M1R oder M1L. Genau diese markantere Wirkung kann gestalterisch gewollt sein und gezielt als Designelement eingesetzt werden.


Zum Beispiel:

kfb   | Raglanlinie |   kfb

Auch in meinem LIV Design, einem von oben nach unten gestrickten Raglanpullover, kommt diese Zunahme zum Einsatz.



Typische Fehler bei Zunahmen

Gerade am Anfang passieren kleine Fehler – das ist völlig normal.

Die häufigsten Probleme sind:

  • Loch neben der Zunahme: Ursache: Querfaden nicht verschränkt gestrickt.

  • Zunahme in falscher Richtung: M1R und M1L wurden vertauscht.

  • Masche verdreht: Die Nadel wurde falsch eingestochen.


Mit etwas Übung werden diese Techniken schnell ganz selbstverständlich.


Mein Tipp für Anfänger

Wenn du gerade erst mit Zunahmen beginnst:

  • zuerst KFB üben

  • danach M1R und M1L lernen

  • am besten an einem kleinen Probestück

Ein paar Reihen reichen oft schon, damit sich die Technik einprägt.

Und plötzlich wirkt eine Strickanleitung gar nicht mehr kompliziert.



Fazit

Zunahmen sind ein zentraler Bestandteil vieler Strickprojekte. Mit den drei Techniken M1R, M1L und KFB kannst du bereits einen großen Teil aller Strickanleitungen problemlos umsetzen.

Am Anfang braucht es vielleicht etwas Geduld – aber sobald du den Dreh heraus hast, gehen diese Bewegungen ganz automatisch von der Hand.

Masche für Masche.

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