ELVA Slipover stricken – ein Design mit ruhiger Linie und besonderer Silhouette
- vor 2 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Es gibt Strickstücke, die nicht laut sein müssen.
Sie wirken leise.
Klar.
Unaufgeregt.
Und genau deshalb schaut man ein zweites Mal hin.
Der ELVA Slipover ist für mich so ein Design. Auf den ersten Blick schlicht — und doch voller kleiner Details, die seine besondere Form ausmachen: die nach hinten versetzte Schulter, der weich gearbeitete Ausschnitt und der Längenverlauf, der vorn kürzer und im Rücken länger fällt.
ELVA ist ein moderner Slipover mit weichem Fall und klarer Linie. Ein Strickstück, das sich mühelos über Blusen, Shirts, Kleider oder Longsleeves tragen lässt — und einem Outfit sofort diese ruhige, angezogene Selbstverständlichkeit gibt.

Warum eigentlich ein Slipover?
Ich mag Slipover sehr, weil sie so herrlich unkompliziert sind.
Sie wärmen genau dort, wo man es gerne hat, ohne gleich ein ganzer Pullover zu sein. Sie lassen sich schnell überziehen, passen zu vielen Kleidungsstücken und sind besonders schön für die Übergangszeit, für kühle Morgen, lange Tage am Schreibtisch oder diese Momente, in denen man denkt:
„Ein bisschen Wolle wäre jetzt nicht schlecht.“
ELVA ist dabei kein klassischer Pullunder im alten Sinne. Keine strenge Form, kein enger Sitz, kein brav gerahmter Ausschnitt. Der Slipover wirkt moderner, weicher und etwas freier.
Er lebt von seiner Form.
Was ELVA besonders macht
Der besondere Charakter des ELVA Slipovers entsteht nicht durch ein auffälliges Muster, sondern durch die Konstruktion.
Die Schulter ist leicht nach hinten versetzt. Dadurch bekommt das Vorderteil eine ruhige, moderne Linie und der Slipover sitzt weniger „gerade gebaut“, sondern weicher am Körper.
Auch der Ausschnitt ist bewusst sanft gearbeitet. Er wirkt klar, aber nicht hart. Gerade in Kombination mit dem Rippenbündchen entsteht ein sauberer Abschluss, der dem Design Struktur gibt, ohne die Leichtigkeit zu nehmen.
Besonders schön finde ich den Längenverlauf:
vorne kürzer
an den Seiten länger
im Rücken ebenfalls länger gearbeitet
Das macht ELVA interessant, ohne kompliziert auszusehen. Der Slipover fällt dadurch schön über Hosen, Röcke oder Kleider und bekommt diese kleine, besondere Bewegung in der Silhouette.

Die Konstruktion: top down gestrickt
ELVA wird nahtlos von oben nach unten gestrickt.
Der Start erfolgt am Rückenteil. Anschließend werden die Vorderteile aus der Schulterkante herausgearbeitet und im Ausschnittbereich miteinander verbunden. Ab dem Armausschnitt wird der Körper in Runden weitergestrickt.
Für die Formgebung werden verkürzte Reihen gearbeitet. Sie sorgen dafür, dass der Slipover nicht einfach gerade nach unten läuft, sondern seine charakteristische Linie bekommt.
Die Abschlüsse an Körper, Armausschnitten und Ausschnitt werden im Rippenmuster gestrickt. Dadurch bekommt ELVA einen klaren Rahmen und wirkt trotz der weichen Form schön aufgeräumt.
Oder anders gesagt:
ein bisschen Stricktechnik, aber ohne großes Drama auf der Nadel.
Für wen ist die Anleitung geeignet?
Die Anleitung ist gut machbar für fortgeschrittene Anfängerinnen und geübte Strickerinnen.
Du solltest bereits sicher rechte und linke Maschen stricken können und keine Scheu davor haben, Maschen aufzunehmen oder in Reihen und Runden zu arbeiten.
Hilfreich ist es außerdem, wenn du diese Techniken kennst oder bereit bist, sie dir in Ruhe anzuschauen:
Maschen aufnehmen
Zunahmen m1l und m1r
verkürzte Reihen mit Doppelmaschen
Rippenmuster
Stricken in Reihen und Runden
Der Schwierigkeitsgrad liegt bei:
★★★☆☆
Also kein reines Anfängerprojekt, aber auch kein Design, bei dem man mit Stirnlampe, Taschenrechner und Nerventee am Küchentisch sitzen muss.
Ein Design – zwei Wirkungen - ELVA Slipover stricken
Besonders schön an ELVA ist, dass die Anleitung zwei Garnvarianten enthält.
Dadurch bekommt das Design unterschiedliche Seiten: einmal etwas strukturierter und flauschiger, einmal feiner und kaschmirweich.
Variante 1: ELVA mit Lamana Torino Bouclé & Lamana Modena
Die Originalversion in Anthrazit wird mit zwei Garnen gemeinsam gestrickt:
Lamana Torino Bouclé
80 % Merino, 20 % Seide
ca. 185 m / 25 g
Lamana Modena
70 % Merino, 30 % Kaschmir
ca. 335 m / 25 g
Diese Kombination gibt ELVA eine lebendige, weiche Oberfläche. Torino Bouclé bringt eine feine Struktur ins Maschenbild, Modena ergänzt Leichtigkeit, Weichheit und einen edlen Griff.
Das Ergebnis ist ein Slipover, der modern wirkt, aber nicht streng. Weich, aber nicht verspielt. Besonders, aber nicht laut.
Verbrauch:
S–L: 125 g Torino Bouclé + 75 g Modena
XL–XXL: 150 g Torino Bouclé + 100 g Modena
Maschenprobe:
20 Maschen × 32 Reihen = 10 × 10 cm glatt rechts mit Nadel 4,0 mmnach der Wäsche gemessen
Variante 2: ELVA aus Sandnes Cashmere
Die zweite Variante wird einfädig aus Sandnes Cashmere gestrickt.
Dieses Garn besteht aus 100 % Kaschmir und verleiht dem Slipover eine besonders feine, leichte und edle Wirkung. Das Maschenbild wird ruhiger, klarer und etwas glatter als bei der Bouclé-Variante.
Diese Version ist wunderbar, wenn du ELVA besonders weich, leicht und reduziert stricken möchtest.
Material:Sandnes Cashmere
100 % Kaschmir
ca. 110 m / 25 g
Verbrauch:
S–L: 200 g
XL–XXL: 225 g
Maschenprobe:
22 Maschen × 32 Reihen = 10 × 10 cm
Die Cashmere-Variante hat leicht abweichende Maße und wirkt insgesamt etwas feiner. Sie ist eine schöne Alternative, wenn du das Design klarer und noch weicher interpretieren möchtest.

Größen und Passform
ELVA ist in den Größen S–L und XL–XXL beschrieben.
Die Form ist bewusst locker und modern gedacht. Durch den kürzeren vorderen Bereich und den längeren Rücken sitzt der Slipover nicht wie ein klassischer, gerader Pullunder, sondern bekommt mehr Bewegung.
Die wichtigsten Fertigmaße liegen ungefähr bei:
Nackenweite: 24 / 25 cm
Vorderteil am kürzesten Punkt: 39 / 42 cm
Gesamtlänge an Seiten und Rücken: 59 / 62 cm
Unterbrustweite: 66 / 77 cm
Ausschnitttiefe: 11 / 12 cm
Armausschnitt: 20 / 22 cm
Bei der Cashmere-Variante weichen einzelne Maße etwas ab, weil hier mit einer anderen Maschenprobe gearbeitet wird.
Wie immer gilt: Die Maschenprobe ist keine kleine Nebensache, sondern die stille Chefin des ganzen Projekts. Gerade bei einem Design wie ELVA, das von Fall und Proportion lebt, lohnt es sich sehr, die Maschenprobe nach der Wäsche zu prüfen.
Warum ELVA so vielseitig ist
ELVA lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise tragen.
Über einem schmalen Longsleeve wirkt der Slipover klar und modern. Über einer Bluse bekommt er eine etwas angezogenere, fast skandinavische Ruhe. Zu Kleidern oder weiten Hosen kann er sehr weich und lässig fallen.
Ich mag besonders, dass ELVA nicht nach „noch schnell drübergezogen“ aussieht, obwohl genau das natürlich wunderbar funktioniert.
Es ist ein Strickstück, das mit wenig Aufwand viel verändert.
Ein Shirt darunter.
Ein ruhiger Farbton.
Ein bisschen Wolle auf den Schultern.
Und plötzlich sieht alles fertig aus.
Strickset oder einzelne Anleitung?
Wenn du den ELVA Slipover stricken möchtest, kannst du dein Projekt ganz so planen, wie es zu dir, deinem Stil und deiner Garnwahl passt.
Wenn du das Design mit der passenden Wolle stricken möchtest, kannst du dir dein ELVA Strickset individuell zusammenstellen und deine Lieblingsfarben auswählen.
Wenn du bereits ein passendes Garn im Vorrat hast oder eine eigene Garnidee ausprobieren möchtest, ist die PDF-Strickanleitung auch einzeln erhältlich.
Wichtig ist dabei nur: Achte unbedingt auf die Maschenprobe und auf die Wirkung des Garns. ELVA lebt von Leichtigkeit, Fall und einer schönen Oberfläche. Ein zu schweres oder zu festes Garn kann die Silhouette verändern.
Für deine Projektplanung habe ich dir die wichtigsten Angaben zum ELVA Slipover noch einmal kompakt zusammengefasst. So kannst du Garn, Verbrauch und Größe in Ruhe prüfen — und dir die Übersicht bei Bedarf direkt abspeichern oder ausdrucken.
Mein Fazit zu ELVA
ELVA ist für mich ein Design für alle, die klare Formen mögen, aber keine Langeweile auf den Nadeln wollen.
Der Slipover ist schlicht genug, um im Alltag getragen zu werden, und besonders genug, um nicht beliebig zu wirken. Die Konstruktion bringt Spannung ins Stricken, die Garnwahl verändert die Wirkung, und am Ende entsteht ein Kleidungsstück, das sich wunderbar kombinieren lässt.
Ein Slipover mit ruhiger Linie.Mit weicher Schulter.Mit feinem Fall.Und mit genau diesem kleinen „Ach, das ist aber schön“-Moment.
Manchmal braucht ein Design gar nicht mehr.





















